Petzeck (3.283 m)

Das Petzeck ist mit 3.283 Metern Höhe der höchste Gipfel in der Schobergruppe, dennoch soll er einer der einfacher zu erklimmenden Berge sein. Vergessen darf man aber auf keinen Fall, dass es keine gemütliche Wanderung ist wie zum Beispiel Stanziwurten oder der Mohar. Am Petzeck ist man nämlich im hochalpinen Gelände unterwegs, teils auf längeren seilversicherten Passagen, teils auf steilen ausgesetzten Steigen durch Geröll und Schotter. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt Voraussetzung für diese Tour, der steile Zustieg und die Länge des Weges zurück ins Tal erforden zudem Ausdauer.

Sinnvoll ist es daher für diese Tour zwei Tage und somit eine Übernachtung auf der Wangenitzseehütte einzuplanen.

Tag 1: Zustieg über Roaner Alm

Unsere Tour beginnt mit einer Autofahrt zur Roaner Alm. Diese ist mit dem Auto über den Iselsberg an der Grenze zwischen Kärnten und Osttirol erreichbar. Einfach dem Weg Richtung Winklerner Alm und Roaner Alm folgen. Für die Fahrt auf der gut erhaltenen Schotterstraße werden 3 EUR Mautgebühren fällig. Es lohnt sich aber, da man dadurch bequem mit dem Auto auf knappe 1900 Höhenmeter gelangt.

Der Anstieg beginnt auf den ersten Kilometer oberhalb des Debanttals gemütlich vorbei an weidenden Kühen, bis man die Wiesen schließlich steiler hinaufsteigt. Im späteren Verlauf wird die Vegetation bereits karg und man wandert auf etwas schmaleren Pfaden weiter hoch zur oberen Seescharte auf ca. 2600 Metern. Auf den letzten Metern ist schon Vorsicht geboten. Durch den Hang, unter Einfluss von starken Regen ausgespült, schlängelt sich ein schmaler Weg über lockeren Schutt. An der Seescharte angekommen, kann man bereits den Ausblick auf den Wangenitzsee genießen, bevor es runter zur Hütte geht. Hier gibt es auf halbem Weg eine vergleichsweise einfache seilversicherte Stelle zu bewältigen.

Länge: 7 Kilometer, auf ca. 700 Höhenmetern
Gehzeit: 3,5 Stunden

Tag 2: Petzeck

Nach einem ausgiebigen Frühstück sollte man sich früh auf den Weg machen. An der Wangenitzseehütte geht es zuerst leicht ansteigend nach oben, bevor es dann am Hang entlang talauswärts wieder leicht bergab geht. Am Ende des Hanges gilt es den Berg zu umrunden, dafür ist eine längere seilversicherte Passage zu überwinden. Mit Vorsicht und wohl überlegten Schritten sollte diese für erfahrene Wanderer kein Problem darstellen. Danach geht es leicht steigend weiter hoch, bis man schließlich auf den gegenüberliegenden Berghang wechselt. Hier ist schließlich die Kondition gefragt. Es geht über Felsen und später über lockeren Schutt stetig steil weiter nach oben. Das letzte Drittel dieses Abschnittes sind einfachere aber nicht seilversichterte Klettereinlagen im steilen Gelände gefragt. Hier am Besten die Wanderstöcke verstauen und mit den Händen beim Aufstieg nachhelfen.

Nach dieser Anstrengung führt der rot/weiss markierte steinige Weg weniger steil Richtung Gipfel. Dieser ist nach der letzten überwindeten Kuppe bereits zu sehen. Der Weg ist nicht mehr weit und es ist lediglich ein kleines Schneefeld zu queren bevor es zum Schluss noch einmal leicht ansteigend hoch zum Gipfelkreuz geht.

Dort offenbart sich ein wunderschönes Panorama mit den höchsten Gipfeln Österreichs im Blick. Ob Großglockner, Großvenediger, Sonnblick oder die über vierzig Dreitausender der Schobergruppe, man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Und wenn ich mich nicht getäuscht habe, kann man bis nach Schladming sehen.

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Länge: 3 Kilometer, auf ca. 770 Höhenmetern
Gehzeit: 3 bis 3,5 Stunden

Der Abstieg zur Hütte erfolgt über den gleichen Weg wobei die steilen Passagen besonders kräftezerrend sind. Bevor es dann durch das Wangenitztal hinaus zurück ins Tal geht, lohnt sich Jause und Rast auf der Wangenitzseehütte. Für den Abstieg dorthin benötigt man ca 2,5 Stunden.

Ins Tal

Von der Wangenitzseehütte ausgehend schlägt man nun einen erst leicht steilen danach gemütlichen Wanderweg über Almwiesen zurück ins Tal nach Mörtschach ein. Bis zum Parkplatz am Pirkachberg sind es ca. 7 Kilometer für die man auf alle Fälle mindestens 3 Stunden Gehzeit einrechnen sollte (1200 Höhenmeter).


Die Gesamte Tour im Überblick

Länge: 20 Kilometer, auf ca. 3280 Höhenmetern
Gehzeit: 12,5 Stunden

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