Das durchwachsene Jahr 2021 neigt sich dem Ende. Durchwachsen in vielerlei Hinsicht: neben Enttäuschungen, Ängsten und dem Verlust eines geliebten Menschen, gab es schlussendlich auch sportliche Erfolge und was am Wichtigsten ist, die Geburt meines Sohnes, der viel zu früh auf die Welt kam, aber jetzt vor Weihnachten endlich zu Hause ist.

Also gibt es viel Positives, zumindest am Jahresende. Und dennoch waren die vergangenen Monate geprägt von Zittern und Bangen um den Kleinen. Das schlägt aufs Gemüt, auf die sportliche Aktivität, eigentlich auf Alles. Einer schweren depressiven Verstimmung konnte ich zum Glück wohl im letzten Moment noch entgehen. Jetzt wo wir zu Dritt zu Hause sind, fühlt es sich nicht mehr so leer an. In die Rolle des Papa muss ich mich aber erst einleben. Der Kleine hat jetzt oberste Priorität, in jeder Hinsicht.

Die Konsequenz daraus ist, dass die creativwerkstatt nach 7 Jahren schließt. Wirklich gewinnbringend war meine Selbstständigkeit ohnehin nie. Gerade im Mölltal muss man mit Preisen fahren wo am Ende nach Anzug der laufenden Kosten wie Server, Software und mehrfachen (!) Kundenbesuchen, nicht mehr wirklich viel übrig bleibt. Der Markt ist kaputt. Coronabedingt sparen die Leute am falschen Ort, wäre doch gerade jetzt Marketing umso wichtiger um sich aus der Menge hervorzuheben.

Dann gibt es noch Kunden, die aus heiterem Himmel nach vielen Jahren meinen sie können ja eh alles selber machen und dann sogleich die bereits geleistete Zahlung zurückfordern. Wenn ich mir jetzt deren Öffentlichkeitsarbeit (Web und Social Media) ansehe, muss ich doch ein wenig lachen. Ja, lass sie machen! Ich will mich mit solchen Menschen nicht mehr rumschlagen.

Damit ist die creativwerkstatt Geschichte. Ein Projekt, schließe ich noch ab, betreuen werde ich die Verbleibenden noch in Eigenleistung für ein Jahr, hauptsächlich mit dem Nötigsten (Updates, Updates, Updates!). Kunden bitte ich anstatt mir ein paar Euro zukommen zu lassen um eine Spende an Debra Austria.

Für nächstes Jahr plane ich wie bisher keine sportlichen Ziele. Meinen getfitagain Vorsatz, den ich bis Ende August gut durchgezogen habe, will ich mit dem neuen Jahr vielleicht wieder fortsetzen. Vielleicht lasse ich mich zum Großglockner Berglauf oder einen Halbmarathon überreden. Vor allem muss ich jetzt aber wieder aus dem Tief rauskommen und weiter die Zigaretten meiden (der Kleine soll mich nicht am ekligen Geruch erkennen).

Karmapluspunkte habe ich 2021 viele gesammelt, allerdings muss ich wieder beginnen etwas weniger freundlich zu sein. Dieses Jahr habe ich gemerkt wie leicht meine Gutmütigkeit ausgenutzt werden kann. Nein sagen will gelernt sein.

Beruflich freue ich mich auf ein weiteres spannendes Jahr mit vielen neuen Projekten. Trotz vieler persönlicher Stolpersteine war mein Job dieses Jahr, auch wenn es mal stressig war, ein steter Anker ins „normale“ Leben.

Das wars. Ob ich mein Blog zukünftig weiter auf einer solchen persönlichen Ebene weiterführe weiß ich noch nicht. Time will tell!